Produktfotografie in Wien

Produktfotografie-heute…

 …was soll das denn jetzt schon wieder? Wurden früher Produkte anders fotografiert als heute? Ja und Nein!

Es gibt jedoch zwei Entwicklungen, die auch auf die Produktfotografie großen Einfluß genommen haben: Die Verbreitung des Internets und die Verbreitung von Digitalkameras

Früher wurden Produktaufnahmen fast ausnahmslos für die Printmedien geschossen. Die Waren wurden uns in Bild und Text angepriesen, um uns in den Laden zu locken. Die eigentliche Warenpräsentation, die letztendlich kaufentscheidend sein soll, wird dann im Laden getroffen. Und das, nachdem der Kunde die Ware befühlt, von allen Seiten beäugt, berochen und auf Funktion geprüft hat.

Später blühte dann der Versandhandel und es flatterten uns dicke Kataloge von Quelle, Otto, Neckermann und wie sie alle heißen, ins Haus. Von Neckermann, direkt bei mir vor der Haustür, weiß ich, dass dort ein großer Stab ausgebildeter Fotografen, Stylisten, Assistenten, Laboranten in vielen verschiedenen für die unterschiedlichen Produktgruppen ausgestatteten Studios mit modernster Fototechnik beschäftigt waren. Kurz vor Drucklegung des neuen Katalogs kam es nicht selten vor, dass umliegende freie Studios mit gebucht wurden.

Wozu der ganze Aufwand? Im Versandhandel wird nur über die Produktabbildung, die Produktbeschreibung und den Preis verkauft. Wenn auch nur einer dieser Faktoren schwächelt, dann ist der Verkaufserfolg gefährdet.

Mit der Verbreitung des Internets hat sich dieser Versandhandel deutlich ausgeweitet. Immer mehr Anbieter nutzen diese Plattform. Ihr Vorteil gegenüber den Katalogen liegt klar auf der Hand. Der Anbieter kann mit wesentlich weniger Aufwand und Kosten wesentlich mehr Konsumenten erreichen.

Das bedeutet widerum auch, dass bei der Menge an Produkten auch Mengen an Produktabbildungen gebraucht werden.

 

Machen Digitalkameras das Fotografieren einfacher?

Letztens ist mir im I-Net ein faszinierenden Ding begegnet: Ein Fotostudio mit USB-Anschluss! Eine Lichtbox mit integrierter Kamera und direkter Schnittstelle zum Computer. Ein klares Bekenntnis dazu, dass es zum Fotografieren nur des richtigen Equipments bedarf.

Das ist schon richtig. Zu analogen Zeiten wäre kaum einer auf die Idee gekommen, mit seiner Kleinbildkamera Produktaufnahmen zu machen. Man wusste, der Profi nimmt für so was Großbildkameras, Fachobjektive, Blitzgeneratoren mit mehreren Tausend Wattsekunden, Blitzlampen in jeder Form und Größe, Roll- oder gar Planfilme bis fast Din A4 groß, hat zur Kontrolle Polaroidmaterial in sämtlichen Formaten, entwickelt seine Filme selbst oder arbeitet eng mit einem Fachlabor zusammen. Was blieb einem als Anbieter also anderes übrig als Tagesgagen im vierstelligen Bereich zu akzeptieren, um an vernünftige Produktaufnahmen zu gelangen.

Heute, da gute Digitalkameras jedem zugänglich sind, schießen die “Produktfotografen” wie Pilze aus dem Boden. Teils abenteuerliche Lichtset, Lichtzelte und Cubes sollen helfen, so zu fotografieren wie die Profis. Hier auch wieder das Schlagwort: Schattenfrei!

Ein ganz seltsames Phänomen, dass daraus hervorgegangen ist, dass immer mehr Produktaufnahmen benötigt werden, ist der 9,99€-Produktfotograf.

 

Packshot_kleinMan sollte denken, an so einem simplen Packshot ist doch nicht wirklich viel dran, dafür sind selbst 9,99€ noch zuviel.

Ich werde nicht dazu schreiben, was dieser Kunde bei mir dafür bezahlt hat. Nur soviel, es war mehr. Denn ich habe mir die Zeit genommen, unter 10 Mustern das “Fotogenste” herauszusuchen, die Schachtel vorsichtig geöffnet, die Laschen mit Doppelkleber zu bestücken und sie mit Holzbausteinen zu befüllen, um die Klebeflächen beim Verschliessen anständig andrücken zu können.

Danach wurde das Licht gemacht. Weiße Box auf weißem Grund? Trotz Erfahrung fummelt man da noch ein bisschen dran rum, damit weiß nicht grau wird oder “wegfliegt”.Aufsicht und Perspektive so angepasst, dass auch dieses Produkt die exakt zu denen passt, die ich für den Kunden in den Monaten und Jahren zuvor schon fotografiert habe.

Anschließend das RAW entwickelt, gesäubert, den Beschneidungspfad gezogen. Datensatz auf den Verwendungszweck hin optimiert, dem Kunden per DFÜ oder Datenträger zukommen lassen und einen High-Res-Datensatz bei mir archiviert.

Da geht dann schnell mal ein Viertelstündchen ins Land.

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